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Ferdinand Vogel

  Gleitschirmfliegen ist mein Leben



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Meine erste Wettbewerbsteilnahme


Schnell musste ich bemerken, Wettkampffliegerei ist anderes Fliegen ;-)

7:30Uhr Andelsbuch, alter Bahnhof:
Nach einer kurzen Nacht im kalten Auto war frühes Einschreiben zum StaufenCup 2010 endlich angesagt! Das Wetter war relativ gut vorhergesagt und die Sonne taute mich bereits auf dem Weg vom Schlafplatz zum Austragungsort wieder ein wenig auf. Angekommen vermittelten einem bekannte Gesichter sofort das Gefühl endlich zu diesem Wettkampfpulk dazuzugehören. Wirklich? Nach dem das Startgeld bezahlt, persönliche Daten angegeben und die Wegpunkte auf das GPS geladen waren, konnte ich die ersten Gespräche führen und offene Fragen klären. Ja, sofort war ich vom Freiflieger in den Kreis der Wettkampfpiloten aufgenommen. Bestückt mit Getränk und einer Liftkarte ging es „schon“ um 9:30Uhr mit den >100 Teilnehmern die Niedere rauf. An der Bergstation wurden die Packsäcke auf eine wartende Pistenraupe gestapelt und der qualvolle Teil des Tages musste bewältigt werden.

11:00Uhr obere Niedere:
Nasse Schuhe waren das Ergebnis des ungewöhnlichen Schneestapfens; Wer läuft schon von der Andelsbucher Bergstation rauf zur oberen Niedere?
Immerhin wurden wir von einem schneefreien Startplatz und schon kurbelnden Freifliegern entschädigt.
Gerüchte gingen um; Task in Richtung Bludenz! Das wären mehr als 100km, diese Distanz bin ich selbst noch nie geflogen. Warum nicht einfach an diesem Tag?
Endlich Briefing. Der Task wurde ausgeschrieben und alle Piloten standen piepsend mit ihren GPS’s drum herum. Ich stellte mich neben einen netten Italiener, der dasselbe GPS wie ich hatte und er zeigte mir, welche Einstellungen ich vornehmen musste um den Task mit einer Startboje, Wendepunkten inkl. Zylindern und Goal einzugeben. Es war tatsächlich das große Dreieck durchs große Walsertal.
Die Piloten machten sich bereit.

1.Task:
Window Open; es darf gestartet werden. Burkhart Martens startet. Als einziger, denn im selben Moment landet ein Rettungshubschrauber und ein Startverbot wird ausgesprochen. Burki zieht los und fliegt Richtung Süden. Der Task wird gecancelt und nach dem der Hubschrauber gestartet war, wurde eine andere Route für den ersten Task gewählt. Burki ist nicht zu erreichen und fliegt weiter die große Strecke..säuft aber am Hochtannberg, wegen zu viel Ost, parkend ab.
Die neue Aufgabe Richtet sich lediglich nach Norden. Da kenn ich mich aus. ;-)
Der N-Wind war in der Zwischenzeit deutlich geworden und nach und nach wurde es voller in der Luft. Über dem normalen Startplatz wurde es immer bunter. 2m Abstand zum Nebenkurbler waren nicht selten. Hundert Piloten plus Freiflieger ist viel. Zu Beginn schafften es nicht viele deutlich über die Niedere. Da ich im „unteren“ bereich flog und zuversichtlich war, dass es Richtung Bersbuch(westlich), bei dem Wind tragen müsste flog ich relativ schnell los. Der Task war so gewählt, dass wir uns den Start der Aufgabe selbst festlegen konnten und jeder Zeit neu starten hätten können. So flog ich relativ früh in die Startboje. Wie erwartet trug es ganz gut. Ich machte mich klein und legte die Hände an den Körper um alles raus zu holen was ging. Dabei vergaß ich, dass es auch so etwas wie einen Beschleuniger gibt. So holten mich die Offenen Schirme noch zügiger ein. Nach der Wende (nächster Wendepunkt am Fuße der Winterstaude; Parkplatz Schetteregg) ging’s im Geradeausflug an der Niedere vorbei. Andere tankten hier noch mal Höhe, ich flog unten durch, was sich noch als Fehler herausstellte. Nach der Wende Schetteregg merkte ich erstmals, dass doch sehr viel West-Wind excistierte. Gegen den Wind saufte ich immer tiefer. Schließlich befand ich mich, dort draußen, unterhalb der Bergstation des kleinen Sesselliftes. Meine Landewiese hatte ich mir schon gesucht. Doch eine Baumreihe erwies sich im letzten Moment als Retter und ich ließ mich den Hang Stück für Stück wieder nach oben schieben. Dabei verlor ich die meiste Zeit. Die folgende Strecke wieder nach Westen war problemlos, nur erinnerte ich mich immer noch nicht an etwas namens Beschleuniger. Wieder auf dem Weg zurück (nach Osten) zum Parkplatz Schetteregg tankte ich diesmal ein wenig am Hausbart beim Kreuz östlich des Startplatzes und flog weiter. Wieder ein Fehler. Denn von NO schoben sich größere Wolken rein, welche überall nach oben saugten. So stieg ich immer mehr und mein GPS behauptete schon die Höhe erreicht zu haben um bis ins Ziel fliegen zu können. Endlich: Beschleuniger! Ab da ging es recht zügig zum Parkplatz, nördlich der Winterstaude. Mit vollem Speed dann von dort direkt im Flachen bis nach Egg, wobei es weiter leicht stieg. Anschließend ging es ins Ziel mit viel zu viel Höhe(700m).
Meine „Fehler“ sind mir bewusst ;-)
Immerhin in der Serienklasse an diesem Tage auf Platz 12! Nächster Task wird nun bestimmt noch besser!
Vielleicht wird ja morgen die große Strecke geflogen?

Tag Zwei:
Startete ähnlich wie der erste. Nur war ich dieses Mal fit und ausgeschlafen!
Außerdem waren wir früher auf dem Berg, wie am Vortag.
Ich suchte mir einen schönen Startfleck aus und breitete den Schirm von Nova aus.
Nach dem Briefing warteten alle noch ein wenig. Es sollte heute zum Diedamskopf geflogen werden und anschließend zurück über Egg und ein paar weitere Wendepunkte an der Nordkante der Niedere. Richtung Süden türmten sich schon die Wolken. Schauerneigung mit evtl. Überentwicklungen gegen Nachmittag wurde uns erwähnt. Außerdem konnten sich Freiflieger noch nicht wirklich auf der Südseite halten. Dann ‚schwabte’ auch noch der Wind auf Nord und alle waren zunächst unentschlossen. Ich schritt zurück zu meinem Schirm und bemerkte, dass eine Böe meinen Schirm ein wenig mit samt Gurtzeug zur Seite getrieben haben musste. Ich sammelte die umliegenden Sachen wie Handschuhe, Sturmhaube und Co wieder ein, doch… Helm weg! Er muss den Hang runter gerollt sein. Wer in Bezau schon geflogen ist, weiß wie steil es nach Süden werden kann. Ich lief weit runter in der Hoffnung, er habe sich irgendwo verfangen. Vergebens! Beim enttäuschten wieder hoch ‚kräpsen’ starteten die ersten bereits, gefolgt von fast allen anderen Teilnehmern. Die Enttäuschung muss mir ins Gesicht geschrieben gewesen sein, denn oben angekommen, fragte mich ein Pilot, ob ich etwas suche. Meinen Helm! Da oben liegt einer. Wurde gefunden.
Überglücklich machte ich mich startklar. Task-Start in 5min und die anderen haben es sich über der Seefluh schon gemütlich gemacht. Also nach Norden raus um den Masten ins Lee und saufen saufen. Großflächige Abschattung von SW her. Bis nach Bizau schaffte ich es. Nicht einmal in die Startboje. Immerhin war ich da nicht der einigste. 5 weitere Piloten standen mit mir dort am Boden. Andere hatten es nicht ein Mal mehr auf die Südseite der Niedere geschafft. Andere mussten in Bezau runter. Ins Ziel kamen nur wenige. So stand ich am Schluss auf Platz 21 von 71 in der Serienklasse und Overall (mit Hochleistern) auf Platz 60 von 119 Teilnehmern. Gutes Mittelfeld: Für meinen ersten Wettkampf bin ich zufrieden!

Auf weitere Wettkämpfe ;-)

Ferdinand Vogel